Von dieser Seite nach offiziellen deutschen Quellen verfasst
Schauen Sie in Ihren Arbeits- oder Tarifvertrag, wie Überstunden bezahlt werden – einen gesetzlichen Überstundenzuschlag gibt es nicht, aber jede Stunde muss bezahlt werden
- Mittlerer Nutzen
- Evidenz B
- Geld
- Kostenlos
- Ein paar Minuten
- Etwas Willenskraft
Kurz gesagt
Das Arbeitszeitgesetz begrenzt, wie lange Sie arbeiten dürfen, schreibt aber keinen Zuschlag für Überstunden vor – nur für Nachtarbeit. Ob und wie Überstunden bezahlt werden, steht in Ihrem Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung. Steht dort nichts, gilt: Arbeit, die man nur gegen Bezahlung erwarten kann, muss bezahlt werden. Jede Stunde muss mindestens mit dem Mindestlohn von 13,90 Euro bezahlt werden. Schreiben Sie Ihre Stunden selbst mit.
- Kosten
-
Kostenlos. Schreiben Sie jeden Tag kurz auf, wann Sie angefangen und aufgehört haben. Das ist mühsam, aber im Streit Ihr wichtigster Beweis.
- Was es bringt
-
Höchstarbeitszeit (§ 3 ArbZG): werktäglich acht Stunden; bis zu zehn Stunden nur, wenn im Durchschnitt von sechs Monaten oder 24 Wochen acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Ruhezeit (§ 5): mindestens elf Stunden ununterbrochen nach Arbeitsende. Sonn- und Feiertage (§ 11): Wer sonntags arbeitet, bekommt einen Ersatzruhetag innerhalb von zwei Wochen; bei Arbeit an einem Feiertag, der auf einen Werktag fällt, innerhalb von acht Wochen. Mindestens 15 Sonntage im Jahr bleiben frei. Nachtarbeit (§ 6 Abs. 5): Gibt es keine tarifliche Regelung, muss der Arbeitgeber für Nachtarbeit eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag gewähren. Für Überstunden enthält das Arbeitszeitgesetz keine solche Zuschlagsregel. Aufzeichnung (§ 16 Abs. 2): Der Arbeitgeber muss die Arbeitszeit, die über acht Stunden am Werktag hinausgeht, aufzeichnen und die Nachweise mindestens zwei Jahre aufbewahren. Vergütung (§ 612 Abs. 1 BGB): Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Arbeit den Umständen nach nur gegen Vergütung zu erwarten ist. Mindestlohn: seit 1. Januar 2026 brutto 13,90 Euro je Stunde; Vereinbarungen darunter sind insoweit unwirksam (§ 3 MiLoG). Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz überwachen die nach Landesrecht zuständigen Aufsichtsbehörden (§ 17 ArbZG).
- Hinweise
-
Grade B, weil es keine bundeseinheitliche Zahl für die Überstundenbezahlung gibt: Höhe und Art (Geld, Freizeitausgleich, Zuschlag) hängen von Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung ab. Dass das Arbeitszeitgesetz nur bei Nachtarbeit einen Zuschlag nennt, ergibt sich aus dem Gesamttext des Gesetzes (Stand Abruf 12.10.2026). Lohnforderungen für Überstunden setzen Sie wie anderen ausstehenden Lohn durch (siehe Eintrag zu unbezahltem Lohn).
- Evidenzgrad
- B: Durch Forschung gestützt, aber ohne genaue Zahl, oder nur kleine bzw. einzelne Studien.
- Quellen
-
- Bundesministerium der Justiz. Arbeitszeitgesetz (ArbZG), Gesamttext. https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/BJNR117100994.html
- Bundesministerium der Justiz. ArbZG § 3 Arbeitszeit der Arbeitnehmer. https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__3.html
- Bundesministerium der Justiz. ArbZG § 6 Nacht- und Schichtarbeit. https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__6.html
- Bundesministerium der Justiz. ArbZG § 16 Aushang und Arbeitszeitnachweise. https://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/__16.html
- Bundesministerium der Justiz. BGB § 612 Vergütung. https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__612.html
- Bundesministerium der Justiz. Mindestlohngesetz (MiLoG) § 3 Unabdingbarkeit des Mindestlohns. https://www.gesetze-im-internet.de/milog/__3.html
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Mindestlohn. https://www.bmas.de/DE/Arbeit/Arbeitsrecht/Mindestlohn/mindestlohn.html
Quellen geprüft am 2026-10-12
Ersetzt im Original
Inhalte können veraltet sein, und Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Wenn Sie tatsächlich zu einer Behörde, zum Arzt oder vor Gericht gehen, gilt, was Behörde, Ärztin oder Anwalt sagen.