Blutspenden nicht als Gesundheitsvorsorge betrachten: Für Entgiftung, Senkung der Blutfette und Vorbeugung von Herzinfarkt gibt es keine randomisierten Belege; häufiges Spenden führt aber tatsächlich zu Eisenmangel
- Mittlerer Nutzen
- Evidenz A
- Lebenszeit
- Kostenlos
- Einige Stunden
- Etwas Willenskraft
Kurz gesagt
Dass Blutspenden entgiften, die Blutfette senken oder vor Herzinfarkt schützen, ist nicht belegt. Wer dauerhaft spendet, ist meist ohnehin gesünder; zieht man das ab, sinkt die Sterblichkeit mit jeder zusätzlichen jährlichen Spende nur noch von 18,6 % auf 7,5 %. In randomisierten Vergleichsstudien zeigte sich kein Unterschied bei den Todesfällen. Umgekehrt führt zu häufiges Spenden tatsächlich zu Kraftlosigkeit und Frieren, weil Eisen fehlt.
- Kosten
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Kostet nichts. Eine Spende mit Ausfüllen des Formulars, Blutabnahme und anschließender Ruhephase dauert etwa eine Stunde. Danach holt der Körper über Wochen das verlorene Eisen zurück.
- Was es bringt
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Die finnische Kuopio-Studie verfolgte 2.862 Männer im Alter von 42 bis 60 Jahren, im Schnitt fast 9 Jahre. In den 24 Monaten vor Beginn der Erfassung hatten 153 Männer Blut gespendet; davon erlitt 1 (0,7 %) einen akuten Herzinfarkt. Von den 2.529 Männern, die nicht gespendet hatten, hatten 316 (12,5 %) einen Infarkt (Unterschied der Anteile P<0,0001). Nach Herausrechnung von Alter und anderen Risikofaktoren für Herzkrankheiten war das Infarktrisiko bei Blutspendern um etwa 88 % niedriger; relatives Risiko 0,12 (95%-KI 0,02 bis 0,86, P=0,035). Das beruht aber nur auf Beobachtung, es gab keine Vergleichsgruppe mit zufälliger Zuteilung. In der nordischen SCANDAT-Datenbank gab es 1.182.495 Blutspender, insgesamt 9.526.627 Personenjahre Beobachtung und 15.401 Todesfälle. Bereinigt nur um Alter und Geschlecht senkte jede zusätzliche Spende pro Jahr die Sterblichkeit um 18,6 % (95%-KI 16,8 % bis 20,4 %). Berücksichtigt man zusätzlich, dass nur spenden darf, wer gesund ist, bleibt eine Senkung von 7,5 % (5,7 % bis 9,4 %). Die Autoren schreiben, das sei «kein sicherer Beleg für einen gesundheitlichen Nutzen». Die randomisierte kontrollierte FeAST-Studie untersuchte 1.277 Menschen mit Beschwerden durch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit der Beine. Eine Gruppe ließ sich alle 6 Monate Blut abnehmen, um Eisen zu senken; die andere war die Kontrollgruppe. Gesamtsterblichkeit als Hauptergebnis: 125/636 (20 %) gegenüber 148/641 (23 %), HR 0,85 (HR = Hazard Ratio, Risikoverhältnis; 1 bedeutet: beide Gruppen gleich; 95%-KI 0,67 bis 1,08, P=0,17). Zusammen mit nicht tödlichen Herzinfarkten und Schlaganfällen: 180 (28 %) gegenüber 205 (32 %), HR 0,88 (0,72 bis 1,07, P=0,20). Beides zeigte keinen Unterschied. Die randomisierte INTERVAL-Studie untersuchte 45.263 Vollblutspender. Sie wurden in drei Spendeintervalle eingeteilt: Männer 12, 10 oder 8 Wochen; Frauen 16, 14 oder 12 Wochen. Bei kürzeren Abständen wurde in zwei Jahren deutlich mehr Blut gewonnen; Männer mit 8-Wochen-Abstand gaben 1,69 Einheiten mehr als die mit 12 Wochen (95%-KI 1,59 bis 1,80). Lebensqualität, körperliche Aktivität und kognitive Funktion unterschieden sich nicht. Dafür traten mehr Beschwerden auf: Erschöpfung, Atemnot, Schwindel, Kopfschmerzen und das Restless-Legs-Syndrom (nachts so unangenehme Beine, dass man sich nicht hinlegen kann). Die durchschnittlichen Hämoglobin- und Ferritinwerte lagen niedriger; wegen niedrigem Hämoglobin wurde die nächste Spende häufiger verschoben (jeweils P<0,0001). Eisenmangel beeinflusst die Wärmebildung des Körpers: 10 Frauen mit Eisenmangelanämie, 8 Personen mit erschöpften Eisenspeichern ohne Anämie und 12 Kontrollfrauen wurden 100 Minuten lang in 28 °C warmes Wasser gesetzt. In der Gruppe mit Anämie lag die Rektaltemperatur bei 36,0 ± 0,2 °C, in der Kontrollgruppe bei 36,2 ± 0,1 °C (P=0,001). Der Sauerstoffverbrauch betrug 5,28 ± 0,26 gegenüber 5,99 ± 0,29 mL·min⁻¹·kg⁻¹ (P=0,04). Auch die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) waren niedriger (P<0,002). Dass es plausibel wirkt, liegt daran, dass Blutspender ohnehin wiederholt untersuchte, gesunde Menschen sind, und dass die Hypothese «Eisen ablassen schützt das Herz» in randomisierten Studien nicht bestätigt wurde.
- Hinweise
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Verworfen wird «für die eigene Gesundheit Blut spenden», nicht die Blutspende selbst. Blut ist für andere bestimmt; in der Einteilung nach Nutznießern in diesem Buch fällt es in Stufe ④ (Fremde). Was einem selbst zugutekommt, ist der Anteil, den das System bietet. Nach Artikel 14 des Blutspendegesetzes (献血法) müssen Menschen, die unentgeltlich Blut gespendet haben, für ihre eigene Behandlung im Krankenhaus die Kosten für Entnahme, Lagerung, Trennung und Untersuchung nicht zahlen; Ehepartner und direkte Verwandte können nach der Regelung der Provinzregierung ebenfalls befreit werden oder weniger zahlen. Die Nationale Gesundheitskommission (国家卫健委) teilte im Januar 2024 (2024 年 1 月) mit, dass in 28 Provinzen die Kosten für Blutspender und ihre Angehörigen in Krankenhäusern innerhalb der Provinz beim Entlassen direkt erlassen werden. Wer die Auszeichnung für unentgeltliche Blutspende (无偿献血奉献奖) erhalten hat, kann nach den örtlichen «drei Befreiungen» (三免) kostenlos öffentliche Verkehrsmittel nutzen, kostenlos in vom Staat finanzierte Parks gehen und die normale Gebühr für die Sprechstunde in öffentlichen Krankenhäusern erlassen bekommen. Wer spendet, hält sich an die gesetzlichen Abstände. Nach Artikel 9 des Blutspendegesetzes (献血法) werden in der Regel 200 ml entnommen, höchstens 400 ml. Zwischen zwei Spenden müssen mindestens 6 Monate liegen. Empfohlen werden 18 bis 55 Jahre. Den Abstand nicht auf das Minimum drücken, nur um Ehrungen oder Gruppenvorgaben zu erfüllen. Frauen, Menschen mit niedrigem Körpergewicht und starker Regelblutung haben ohnehin knappe Eisenreserven; wer häufig spendet, kann auf eigene Kosten einmal den Ferritinwert bestimmen lassen. Wer nach dem Spenden dauerhaft müde ist oder friert, oder abends so unruhige Beine hat, dass er sie bewegen muss (das ist das Restless-Legs-Syndrom), sollte nicht selbst vermuten, die Kraft sei geschwächt, sondern Blutbild und Ferritin untersuchen lassen. Bei Eisenmangel Eisen nach ärztlicher Anweisung einnehmen und zugleich die Spendeabstände verlängern. Die Belege zum Frieren beruhen nur auf 10 Personen; sie erklären, warum es so ist, sagen aber nicht, wie viele Menschen das betrifft.
- Evidenzgrad
- A : Konkrete Zahlen aus Metaanalysen, großen Kohorten oder randomisierten Studien; bei Recht und Politik der Gesetzes- oder Originaltext.
- Quellen
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- Salonen JT, Tuomainen TP, Salonen R, Lakka TA, Nyyssönen K (1998). Donation of blood is associated with reduced risk of myocardial infarction. The Kuopio Ischaemic Heart Disease Risk Factor Study. American Journal of Epidemiology, 148(5), 445-451. https://doi.org/10.1093/oxfordjournals.aje.a009669
- Ullum H, Rostgaard K, Kamper-Jørgensen M, et al. (2015). Blood donation and blood donor mortality after adjustment for a healthy donor effect. Transfusion, 55(10), 2479-2485. https://doi.org/10.1111/trf.13205
- Zacharski LR, Chow BK, Howes PS, et al. (2007). Reduction of iron stores and cardiovascular outcomes in patients with peripheral arterial disease: a randomized controlled trial. JAMA, 297(6), 603-610. https://doi.org/10.1001/jama.297.6.603
- Di Angelantonio E, Thompson SG, Kaptoge S, et al. (2017). Efficiency and safety of varying the frequency of whole blood donation (INTERVAL): a randomised trial of 45 000 donors. Lancet, 390(10110), 2360-2371. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(17)31928-1
- Beard JL, Borel MJ, Derr J (1990). Impaired thermoregulation and thyroid function in iron-deficiency anemia. American Journal of Clinical Nutrition, 52(5), 813-819. https://doi.org/10.1093/ajcn/52.5.813
- 全国人大常委会 (1997). 中华人民共和国献血法(第二、九、十四条). https://flk.npc.gov.cn/detail?id=2c909fdd678bf17901678bf5e71801f9
- 国家卫生健康委等 (2024-01-08). 关于进一步做好无偿献血者激励奖励工作的通知. https://www.gov.cn/zhengce/zhengceku/202401/content_6924875.htm
Aus dem chinesischen Original übersetzt. Originalbuch, Abschnitt 6, Tipp 17. Inhalte können veraltet sein, und Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Wenn Sie tatsächlich zu einer Behörde, zum Arzt oder vor Gericht gehen, gilt, was Behörde, Ärztin oder Anwalt sagen. Haftungsausschluss