Zum Inhalt

Ab 45 Jahren, wenn man in einem Gebiet mit vielen Magen- und Speiseröhrenkrebsfällen lebt, eine Familiengeschichte hat oder Helicobacter-pylori-positiv ist: zur Magenspiegelung zur Vorsorge gehen

  • Mittlerer Nutzen
  • Evidenz A
  • Lebenszeit
  • Umstritten
  • Für: Ab 35
  • Kostet wenig
  • Einige Stunden
  • Ohne Willenskraft

Kurz gesagt

Wer 45 oder älter ist, zur Hochrisikogruppe für Magen- oder Speiseröhrenkrebs gehört und eine Magenspiegelung gemacht hat, hat ein um etwa die Hälfte niedrigeres Sterberisiko durch diese beiden Krebsarten. Wer sich von sich aus untersuchen lässt, achtet ohnehin mehr auf seinen Körper, deshalb fällt diese Zahl zu hoch aus. Mit der strengsten Methode gerechnet sind es nur etwa 20 % weniger, was im Bereich der statistischen Unsicherheit liegt. Wer nicht zur Risikogruppe gehört, für den empfehlen die Leitlinien keine Untersuchung.

Kosten

Eine normale Magenspiegelung kostet einige hundert Yuan, eine schmerzfreie Magenspiegelung kostet zusätzlich noch einige hundert Yuan; die Preise unterscheiden sich je nach Region. Man muss nüchtern hingehen; der Termin nimmt einen halben Tag in Anspruch. Wer eine schmerzfreie Magenspiegelung wählt, sollte sich begleiten lassen. Unangenehm ist das Einführen des Schlauchs durch den Rachen, das dauert einige Minuten.

Was es bringt

Die Nationale Gesundheitskommission (国家卫健委) legte 2024 fest, wer zur Hochrisikogruppe gehört. Man muss zuerst 45 Jahre alt sein und dann mindestens eine der folgenden Bedingungen erfüllen. Erstens: Wohnort in einem Landkreis mit hoher Krebsrate für Magen oder Speiseröhre; bei Magenkrebs über 20 Fälle pro 100.000 (10 万) Menschen (altersstandardisiert), bei Speiseröhrenkrebs über 15. Zweitens: Eltern, Kinder oder Geschwister hatten diese Krebsart. Drittens: Helicobacter-pylori-Test positiv, das gilt nur für Magenkrebs. Viertens: Rauchen, starkes Trinken, salziges Essen, viel eingelegte Lebensmittel; bei Speiseröhrenkrebs zusätzlich heißes Essen. Fünftens: frühere Erkrankungen wie atrophische Gastritis, Magengeschwür, Magenpolypen, Barrett-Ösophagus oder Refluxösophagitis. Das Screening-Alter liegt meist zwischen 45 und 74 Jahren; die Magenspiegelung ist das bevorzugte Verfahren und wird in der Regel alle 5 Jahre gemacht. Die nationale Leitlinie von 2022 empfiehlt Magenkrebs-Screening ausdrücklich nicht für Menschen außerhalb der Hochrisikogruppe. In einer Studie in 6 Hochrisikoregionen in China wurden etwa 637.500 (63,75 万) Menschen zwischen 40 und 69 Jahren verfolgt. Verglichen mit denen, die nicht eingeladen wurden, hatten die, die eine Magenspiegelung machten, ein um etwa 57 % geringeres Sterberisiko durch Krebs im oberen Verdauungstrakt (RR 0,43; 95%-KI 0,40 bis 0,47). Die Erkrankungen an diesem Krebs waren um etwa 23 % niedriger (RR 0,77). Von den Eingeladenen nahmen nur 33,53 % tatsächlich teil. Gerechnet über alle Eingeladenen, lag die Sterblichkeit um etwa 31 % niedriger (RR 0,69; 95%-KI 0,66 bis 0,72). Eine andere Studie in einem Dorf mit hohem Speiseröhrenkrebsrisiko, ohne Zufallsverteilung, lief über 10 Jahre. In der Screening-Gruppe betrug die kumulative Sterblichkeit an Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre 3,35 %, in der Kontrollgruppe 5,05 %. Im nationalen Screening-Programm Südkoreas war das Sterberisiko durch Magenkrebs bei Menschen mit Magenspiegelung um etwa 47 % niedriger (OR 0,53; 95%-KI 0,51 bis 0,56). Eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastbrei zeigte keinen Unterschied (OR 0,98). Je öfter die Magenspiegelung gemacht wurde, desto niedriger das Risiko. In einer Zusammenfassung von 10 asiatischen Studien war das Sterberisiko durch Magenkrebs bei Menschen mit Magenspiegelung um etwa 40 % niedriger (RR 0,60; 95%-KI 0,49 bis 0,73). Die Zahl der Magenkrebserkrankungen veränderte sich nicht erkennbar. In einem nordchinesischen Versuch mit Zufallsverteilung nach Dörfern wurden 33.800 (3,38 万) Menschen im Alter von 45 bis 69 Jahren über 9 Jahre verfolgt. In der Screening-Gruppe war die Sterblichkeit an Speiseröhrenkrebs um etwa 18 % niedriger (HR 0,82; 95%-KI 0,53 bis 1,26); das liegt im Bereich der statistischen Unsicherheit. Die Erkrankungen waren um etwa 19 % niedriger (HR 0,81; 95%-KI 0,60 bis 1,09), ebenfalls nicht signifikant. Eine Metaanalyse von 2023 berücksichtigte die Verzerrung, dass Menschen, die von sich aus zur Untersuchung gehen, ohnehin gesünder sind. Bei Menschen, die tatsächlich eine Magenspiegelung machten, lag die Sterblichkeit an Magenkrebs um etwa 48 % niedriger (RR 0,52; 95%-KI 0,39 bis 0,79). Für das gesamte Screening-Programm blieb nur RR 0,94 (95%-KI 0,71 bis 1,28), ohne erkennbare Wirkung (China / Südkorea / Asien).

Hinweise

Umstritten. Die Belege für den Nutzen der Magenspiegelung stammen meist aus dem Vergleich von freiwillig Untersuchten mit Nicht-Untersuchten. Wer von sich aus zur Untersuchung geht, achtet ohnehin mehr auf seinen Körper, daher wird der Nutzen überschätzt. Eine Metaanalyse von 2023 stufte die Verzerrung dieser Studien als mittel bis schwer ein. Im Dorfversuch zum Speiseröhrenkrebs lag der Unterschied der Sterblichkeit nach 9 Jahren im Bereich der statistischen Unsicherheit. Die Leitlinie von 2022 nennt als Schäden: Überdiagnose, also das Erkennen von Krebs, der nie Beschwerden gemacht hätte; falsch-positive Befunde; übersehene Fälle; außerdem Blutungen, Durchbrüche, Herz-Kreislauf-Zwischenfälle, Aspirationspneumonie und Infektionen. Wer die normale Magenspiegelung nicht verträgt, kann sie laut Plan unter Narkose oder Sedierung machen lassen. Menschen ab 45 mit positivem Helicobacter-Befund gelten schon als Hochrisiko für Magenkrebs. Zur Beseitigung siehe §1.23 (auf Helicobacter pylori testen, bei positivem Befund beseitigen); die Beseitigung ersetzt aber keine Magenspiegelung, beides ist nötig. Bariumbrei, die alleinige Messung von Pepsinogen, Tumormarker und PET-Untersuchungen empfiehlt der Plan nicht zur Vorsorge; zu Tumormarker-Paketen siehe §6.7 (Ganzkörper-PET-CT und Tumormarker-Paket). Wer atrophische Gastritis, intestinale Metaplasie oder intraepitheliale Neoplasie hat, sollte häufiger nachkontrolliert werden, wie der Arzt sagt. Ob der eigene Landkreis zu den Hochrisikogebieten gehört, kann man beim Zentrum für Krankheitskontrolle (疾控中心) oder im Kreiskrankenhaus erfragen. Wer schon Schluckbeschwerden, Bluterbrechen oder Teerstuhl hat, geht zum Arzt; das ist keine Vorsorge, siehe §34.6 (bei Schluckbeschwerden, Bluterbrechen oder Teerstuhl sofort ins Krankenhaus). Wer gern heißen Tee trinkt, siehe §2.30 (heiße Getränke abkühlen lassen, bevor man sie trinkt). Den größten Nutzen haben Sie selbst und Ihre Eltern.

Evidenzgrad
A : Konkrete Zahlen aus Metaanalysen, großen Kohorten oder randomisierten Studien; bei Recht und Politik der Gesetzes- oder Originaltext.
Quellen
  1. 国家卫生健康委办公厅 (2024). 关于印发食管癌筛查与早诊早治方案(2024年版)和胃癌筛查与早诊早治方案(2024年版)的通知(国卫办医急函〔2024〕200号). https://www.nhc.gov.cn/wjw/c100378/202406/7008ffe1c77d4457ac73361be75760c7.shtml(附件全文转载:广东省疾病预防控制中心 https://cdcp.gd.gov.cn/jkjy/jkzt/mxfcrxjbfz/content/mpost_4444507.html)
  2. 赫捷, 陈万青, 李兆申, 等 (2022). 中国胃癌筛查与早诊早治指南(2022,北京). 中国肿瘤, 31(7), 488-527(临床问题 7、13). https://doi.org/10.11735/j.issn.1004-0242.2022.07.A002(同文刊于中华肿瘤杂志, 44(7), 634-666. https://doi.org/10.3760/cma.j.cn112152-20220617-00430)
  3. Chen R, Liu Y, Song G, et al. (2021). Effectiveness of one-time endoscopic screening programme in prevention of upper gastrointestinal cancer in China: a multicentre population-based cohort study. Gut, 70(2), 251-260. https://doi.org/10.1136/gutjnl-2019-320200
  4. Wei WQ, Chen ZF, He YT, et al. (2015). Long-Term Follow-Up of a Community Assignment, One-Time Endoscopic Screening Study of Esophageal Cancer in China. Journal of Clinical Oncology, 33(17), 1951-1957. https://doi.org/10.1200/JCO.2014.58.0423
  5. Jun JK, Choi KS, Lee HY, et al. (2017). Effectiveness of the Korean National Cancer Screening Program in Reducing Gastric Cancer Mortality. Gastroenterology, 152(6), 1319-1328.e7. https://doi.org/10.1053/j.gastro.2017.01.029
  6. Zhang X, Li M, Chen S, et al. (2018). Endoscopic Screening in Asian Countries Is Associated With Reduced Gastric Cancer Mortality: A Meta-analysis and Systematic Review. Gastroenterology, 155(2), 347-354.e9. https://doi.org/10.1053/j.gastro.2018.04.026
  7. Liu M, Yang W, Guo C, et al. (2024). Effectiveness of Endoscopic Screening on Esophageal Cancer Incidence and Mortality: A 9-Year Report of the Endoscopic Screening for Esophageal Cancer in China (ESECC) Randomized Trial. Journal of Clinical Oncology, 42(14), 1655-1664. https://doi.org/10.1200/JCO.23.01284
  8. Hibino M, Hamashima C, Iwata M, Terasawa T. (2023). Radiographic and endoscopic screening to reduce gastric cancer mortality: a systematic review and meta-analysis. The Lancet Regional Health – Western Pacific, 35, 100741. https://doi.org/10.1016/j.lanwpc.2023.100741

Aus dem chinesischen Original übersetzt. Originalbuch, Abschnitt 1, Tipp 47. Dieser Abschnitt behandelt Gesundheit und Medikamente. Das sind allgemeine Informationen, kein Ersatz für ärztliche Diagnose oder Verschreibung. Inhalte können veraltet sein, und Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Wenn Sie tatsächlich zu einer Behörde, zum Arzt oder vor Gericht gehen, gilt, was Behörde, Ärztin oder Anwalt sagen. Haftungsausschluss