Keine roh zubereiteten Süßwasserfische und -garnelen essen (Fischsashimi, Fischbrei und betrunkene Garnelen 醉虾); wer das oft gegessen hat, einmal auf Leberegel untersuchen lassen und bei Befund Praziquantel nach ärztlicher Anweisung nehmen
- Mittlerer Nutzen
- Evidenz B
- Lebenszeit
- Kostet wenig
- Ein paar Minuten
- Etwas Willenskraft
Kurz gesagt
Wer rohe Süßwasserfische und -garnelen isst, kann sich mit Leberegeln anstecken. Der Parasit ist nachweislich krebserregend: Wer ihn hat, hat ein etwa vier- bis fünffach höheres Risiko für Gallengangskrebs als Menschen ohne Infektion. Essig, Alkohol und Senf töten ihn nicht ab. Wer infiziert ist, nimmt zwei Tage lang Medikamente; mehr als 90 % können geheilt werden.
- Kosten
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Auf rohen Fisch zu verzichten kostet nichts; schwierig ist, eine jahrelange Gewohnheit abzulegen und beim Festessen abzulehnen. Wer das oft gegessen hat, lässt im Krankenhaus einmal eine Stuhlprobe auf Wurmeier untersuchen; die Kosten unterscheiden sich je nach Region. Bei Befund nimmt man Praziquantel in der vom Arzt verordneten Dosis, meist 1 bis 2 Tage lang.
- Was es bringt
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Umgangssprachlich heißt der Chinesische Leberegel (华支睾吸虫) Leberegel. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die zur Weltgesundheitsorganisation gehört, stellte 2009 fest, dass eine langfristige Infektion beim Menschen krebserregend ist. Er verursacht Gallengangskrebs und wurde in Gruppe 1 eingestuft. 1994 hatte die Einstufung nur Gruppe 2A ergeben (wahrscheinlich krebserregend). Fasst man veröffentlichte Studien zusammen, ist das Risiko für Gallengangskrebs bei Infizierten etwa 4,8-fach (relatives Risiko 4,8; 95%-KI 2,8 bis 8,4). Diese Zahl schließt einen anderen Leberegel aus Südostasien ein. In derselben Arbeit lagen Hepatitis B bei 2,6-fach und Hepatitis C bei 1,8-fach; der Leberegel war der stärkste Faktor. Eine andere Übersicht fasste 36 Studien zusammen. In Fall-Kontroll-Studien war Gallengangskrebs etwa 4,37-fach (OR 4,37; 2,84 bis 6,72), in Verlaufsstudien etwa 10,43-fach (RR 10,43; 2,90 bis 37,47). Gallengangsentzündung und Gallenblasenentzündung etwa 7,80-fach (RR 7,80). Gallensteine etwa 2,42-fach (RR 2,42). Leberzellkrebs etwa 4,69-fach (OR 4,69). Zu Leberzirrhose fand sich kein deutlicher Zusammenhang. Je stärker die Infektion, desto häufiger diese Erkrankungen. In der landesweiten Erhebung 2014 bis 2015 lag die Infektionsrate bei 0,47 %, etwa 6.000.000 (600 万) Menschen. Über 1 % lag sie in den Provinzen Guangdong, Guangxi, Heilongjiang und Jilin. Hochgerechnet aus den Überwachungsdaten 2016 bis 2021 lag die Rate 2020 landesweit bei etwa 0,67 %, etwa 9.460.000 (946 万) Menschen. Davon in Guangxi etwa 8,92 %, in Guangdong etwa 2,99 %. Die Nationale Behörde für Krankheitskontrolle (国家疾控局) und 15 weitere Stellen veröffentlichten 2024 einen Präventionsplan. Der Plan nimmt als Ausgangswert den Durchschnitt der Infektionsraten an Überwachungsstandorten 2018 bis 2022 an: Guangxi 8,75 %, Jilin 4,38 %, Heilongjiang 3,16 %, Guangdong 2,95 %. Das Nationale Zentrum für Lebensmittelsicherheits-Risikobewertung (国家食品安全风险评估中心) wies 2026 darauf hin, dass Alkohol, Essig und Senf den Leberegel nicht zuverlässig abtöten. Einfrieren muss bei unter -20 °C mindestens 7 Tage lang durchgehend erfolgen. Beim Erhitzen muss die Mitte des Lebensmittels mindestens 10 Minuten lang über 70 °C erreichen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung schreibt außerdem, dass auch eingelegter oder geräucherter Süßwasserfisch ansteckend sein kann. Zur Behandlung gibt es eine Übersicht von 2022 mit 26 Studien und 3.340 Menschen. Die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Dosis Praziquantel beträgt 25 mg pro kg Körpergewicht, 3-mal täglich, über 2 Tage. Die vorhergesagte Heilungsrate beim Chinesischen Leberegel liegt bei 98,5 % (85,4 % bis 99,9 %).
- Hinweise
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Die Risikozahlen oben stammen aus Fall-Kontroll- und Verlaufsstudien; es gibt keine Studie mit Vergleichsgruppen. Ebenso hat keine Studie direkt verglichen, ob «Testen und Behandeln» Gallengangskrebs verhindert. Gallengangskrebs ist selten; die Vervielfachung bedeutet deshalb für den Einzelnen nicht viel mehr Risiko. Die Evidenzstufe ist daher B. Die Zahl 4,8 vergleicht Infizierte mit Nicht-Infizierten, nicht wie viel dieses Vorgehen verhindert. Deshalb ist die Größenordnung des Nutzens nach Einschätzung als mittel eingestuft, wie bei §2.46 (verschimmelte Lebensmittel ganz wegwerfen). Laut Guangdong CDC kann der Leberegel im Menschen 20 bis 30 Jahre überleben. Leichte Fälle haben oft keine Beschwerden; wer oft roh Fisch isst, sollte deshalb nicht erst bei Beschwerden testen lassen. Die Untersuchung der Stuhlprobe auf Wurmeier ist die sichere Diagnose; Ultraschall, CT und Blutabnahme helfen nur ergänzend. Praziquantel soll der Arzt nach Körpergewicht und Schwere der Infektion dosieren. Das Institut für Parasitenkrankheiten (寄生虫病所) schreibt, dass man dort, wo Zystizerkose (囊虫病) vorkommt, vor einer hohen Dosis die Krankengeschichte klären muss. Wer geheilt ist und weiter roh isst, wird wieder infiziert. Schneidemesser und Schneidebrett für rohen Fisch sollten von denen für gekochtes Essen getrennt sein. Bei Meeresfisch-Sashimi kommen meist andere Parasiten wie Anisakis vor; das Hongkonger Zentrum für Lebensmittelsicherheit (香港食物安全中心) rät, nur bei lizenzierten Geschäften zu kaufen, und Ältere, Kinder und Schwangere sollten keinen rohen Fisch essen. Wenn Kinder sich anstecken, beeinträchtigt das ihr Wachstum. Hepatitis B und C greifen die Leber ebenfalls an und können Krebs verursachen, siehe §1.14 (Auf Hepatitis B testen lassen) und §1.45 (Erwachsene einmal auf Hepatitis-C-Antikörper testen lassen). Den größten Nutzen haben Sie selbst und die Menschen, mit denen Sie zusammen essen.
- Evidenzgrad
- B : Durch Forschung gestützt, aber ohne genaue Zahl, oder nur kleine bzw. einzelne Studien.
- Quellen
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- IARC Working Group on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans (2012). Opisthorchis viverrini and Clonorchis sinensis. In: Biological Agents. IARC Monographs on the Evaluation of Carcinogenic Risks to Humans, Vol. 100B, 341-370. https://publications.iarc.who.int/119
- Shin HR, Oh JK, Masuyer E, 等 (2010). Epidemiology of cholangiocarcinoma: an update focusing on risk factors. Cancer Science, 101(3), 579-585. https://doi.org/10.1111/j.1349-7006.2009.01458.x
- Xia J, Jiang SC, Peng HJ (2015). Association between liver fluke infection and hepatobiliary pathological changes: a systematic review and meta-analysis. PLoS ONE, 10(7), e0132673. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0132673
- Qian MB, Chen J, Bergquist R, 等 (2019). Neglected tropical diseases in the People's Republic of China: progress towards elimination. Infectious Diseases of Poverty, 8, 86. https://doi.org/10.1186/s40249-019-0599-4
- Qian MB, Huang JL, Wang L, 等 (2025). Clonorchiasis in China: geospatial modeling of the population infected and at risk, based on national surveillance. Journal of Infection, 91(1), 106528. https://doi.org/10.1016/j.jinf.2025.106528
- 国家疾控局等 15 部门 (2024). 关于印发全国包虫病等重点寄生虫病综合防治实施方案(2024—2030 年)的通知,附表 7. https://www.gov.cn/zhengce/zhengceku/202405/content_6950309.htm
- 国家食品安全风险评估中心 (2026). 关于慎食淡水生鲜食品预防肝吸虫病的风险提示(重庆市疾病预防控制中心转载). https://www.cqcdc.org/index.php?a=shows&catid=179&id=3861
- Qian MB, Patel C, Palmeirim MS, 等 (2022). Efficacy of drugs against clonorchiasis and opisthorchiasis: a systematic review and network meta-analysis. The Lancet Microbe, 3(8), e616-e624. https://doi.org/10.1016/S2666-5247(22)00026-X
- 中国疾病预防控制中心寄生虫病预防控制所 (2020). 华支睾吸虫病(肝吸虫病)防治知识(广东省疾病预防控制中心转载). https://cdcp.gd.gov.cn/jkjy/jkzt/jscbfz/content/post_3439516.html
- 广东省疾病预防控制中心 (2023). 吃鱼生没余生?警惕潜伏在鱼生中的“凶手”肝吸虫! https://cdcp.gd.gov.cn/jkjy/jkts/content/post_4274108.html
- 香港食物安全中心. 淡水鱼刺身的食物安全. https://www.cfs.gov.hk/sc_chi/multimedia/multimedia_pub/multimedia_pub_fsf_148_01.html
Aus dem chinesischen Original übersetzt. Originalbuch, Abschnitt 2, Tipp 47. Dieser Abschnitt behandelt Gesundheit und Medikamente. Das sind allgemeine Informationen, kein Ersatz für ärztliche Diagnose oder Verschreibung. Inhalte können veraltet sein, und Regeln unterscheiden sich je nach Ort. Wenn Sie tatsächlich zu einer Behörde, zum Arzt oder vor Gericht gehen, gilt, was Behörde, Ärztin oder Anwalt sagen. Haftungsausschluss